26. Oktober: Preview – In unser aller Namen (Film)

In Unser aller Namen (Film, 90 Minuten). Samstag 26. Oktober – 13:30 Uhr. Eintritt Frei (Spenden sind aber Willkommen). Enough Info-Café, Wiesenstraße 48 – 42105 Wuppertal.

Für den 25. bis zum 27. Oktober 2019 organisieren wir, eine Gruppe von Wuppertaler Anarchist*innen, eine Warm-Up-Veranstaltung* zum Thema Klima, Ökologie, Gerechtigkeit und / oder Kapitalismus im Enough-Info Café in Wuppertal. Im Rahmen der Warm-up-Veranstaltung werden wir am 25.10. mit dem Film „Die grüne Lüge“ zu beginnen. Wir setzen uns auch in der anschließenden Diskussion mit der Frage auseinander, ob biologische oder nachhaltige Produkte tatsächlich so grün sind wie vermutet. Mehr Informationen folgen in den kommenden Tagen.

In unser aller Namen

Ein Film über die Konflikte im Hambacher Wald (Preview, offizielle Premiere 21. November) “Die Polizistinnen und Polizisten … die tun ihre Pflicht im Namen des Staates. In Unser aller Namen tun die diese Aufgabe.”

So sieht es NRW-Innenminister Herbert Reul. Der Konflikt, den er dabei aufgreift, ist die Besetzung bzw. die Räumung des Hambacher Waldes. Aber offensichtlich sehen das doch nicht alle so wie er. Viele befürchten, dass hier ein uralter Wald gerodet werden soll, und dass wir längst im Kohleausstieg sind, wenn die Kohlebagger so weit sind, die darunter liegende Kohle abzubaggern.

Es formiert sich ein immer breiterer Widerstand. Zu den anfänglich etwa 50 Waldbesetzern stoßen immer mehr Unterstützer*innen, so dass schließlich 50 000 im Wald demonstrieren. Kann es ihnen gelingen den übermächtigen Gegner aus Industrie und Politik zu besiegen?

In diesem Film ist die Kamera beobachtend bei diversen Aktionen und Konflikten dabei und legt so die Strategien der verschiedenen beteiligten Gruppen offen. Im Endeffekt stellt sich die Frage nach dem Zustand unserer Demokratie.

Statement von Filmemacher Tom Meffert

2016 war ich zum ersten Mal bei einem Waldspaziergang im Hambacher Wald dabei. Der Kontrast zwischen dem Leben, das ich im Wald beobachten konnte, und den Nachrichten, die man in der Presse fand, war überwältigend. Ich war mit meiner Kamera unterwegs, ebenso ein paar Wochen später bei der „Roten Linie“. Aus den Aufnahmen schnitt ich einen Videoclip – Rote Linie Hambach. Einer der Waldschützer*unnen, den ich seit seinen Kindertagen kenne, meinte zu mir: “ Da kannst du doch mehr draus machen!“

Ich habe mich schon früher filmisch mit der Lage des Bergbaus beschäftigt. Damals ging es um die Steinkohle und die Schließung der Zechen im Aachener Revier. Deshalb interessierte es mich jetzt „beide“ Seiten zu hören. Beim Materialsammeln wurde bald deutlich, dass es mehr als zwei Seiten in diesem Konflikt gibt und vielfach veraltete Argumente benutzt werden, die längst durch die technische Entwicklung überholt sind. Durch die ständige Wiederholung dieser Argumente wurden Fronten geschaffen, die sich immer unversöhnlicher gegenüber standen. Ich wollte durch das Erforschen dieser Argumente der Frontenbildung entgegen wirken.

Doch dann kam die Rodungssaison 2017/2018 mit Gerichtsurteilen, Rodungen, Rodungsstopps und einer massiven Aufrüstung von Polizei und Politik. Die Situation entwickelte sich zu einem Kampf zwischen David und Goliath. Die Frage der Gewalt wurde immer wieder aufgebauscht und Schuldzuweisungen in den Medien lanciert. Bei genauerem Hinsehen waren es aber nicht nur Schuldzuweisungen, sondern in vielen Fällen „fake news“, die dazu dienten, den eh schon schwächeren Gegner zu diskreditieren. Waldführer Michael Zobel drückt es so aus: „Es geht nicht mehr nur um den Wald, sondern auch um unsere Demokratie und unsere Bürgerrechte“.

Dann begann David zu wachsen. Im August kamen gerade einmal 300 Menschen zu einer Demonstration, Mitte September waren es schon 15.000 und Anfang Oktober 50.000, die den vorläufigen Rodungsstopp feierten. Leider hat die weitere Entwicklung gezeigt, dass dennoch nichts entschieden ist. Weitere Bäume wurden und werden gefällt, Räumungsaktionen bringen immer wieder Unruhe in den Wald. Von daher entschied ich mich, als erstes zu untersuchen, in wessen Namen eigentlich was geschieht.

Facebookveranstaltungseite: https://www.facebook.com/events/896934290691550/

Siehe auch: Die Grüne Lüge (Film, 90 Minuten): https://info-cafe-wuppertal.org/2019/10/08/25-oktober-die-grune-luge-film/

* Warm-Up deshalb, da wir größeres vorhaben – und zwar planen wir für 2020 die erste anarchistische Buchmesse in Wuppertal, die voraussichtlich im Frühjahr 2020 in mehreren Wuppertaler Locations stattfinden wird (u.a. im AZ Wuppertal und im Enough Info-Café).

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